Finanzierung

Höhe und Kosten eines Grundeinkommens

Zur Finanzierung  gibt es viele Modelle.
Ob ein Grundeinkommen finanzierbar ist, hängt von der Höhe des Betrags ab.
Einige Modelle kommen ohne eine Mehrbelastung des Steuerzahlers aus.
Diskutiert wird das Grundeinkommen je nach Modell zwischen 600 und 1500 €/Monat.

Um die Rechnungen einfach zu halten gehen wir hier von von 1000 €/Monat Grundeinkommen aus.

Für ein Grundeinkommen in Höhe von 1000 € im Monat (12.000 im Jahr) , ist bei 80 Millionen Einwohnern der Bundesrepublik Deutschland, eine Summe von 1 Billion € pro Jahr nötig.

Sozialausgaben heute

Bund, Länder, Landkreise und Gemeinden zusammen, bringen heute schon eine Summe von fast 900 Milliarden € pro Jahr für Sozialleistungen auf (Quelle: Sozialbudget 2015). Diese Summe lässt sich jedoch nicht einfach für das Grundeinkommen verwenden, da nicht alle Leistungen durch das Grundeinkommen ersetzt werden können.

Der Großteil des Grundeinkommens finanziert sich so:

  • Einige Sozialleistungen sind durch die Einführung des Grundeinkommen überflüssig. Dazu zählen z.B. Kindergeld, BAföG, ALG I+II (Harz IV), Wohngeld und ein Großteil der Rente.
  • Bei Angestellten des öffentlichen Dienstes ersetzt das Grundeinkommen einen Teil des Gehalts. Ein Angestellter, der heute monatlich 3000 € verdient, erhält in Zukunft 1000 € Grundeinkommen + 2000 € Erwerbseinkommen. Die Kosten für den Staat bleiben gleich. Das Nettoeinkommen auch.
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    Bruttoeinkommen eines Durchschnittsverdieners vor und nach Einführung des Grundeinkommens.

  • Personen die in der privaten Wirtschaft tätig sind, erhalten ebenfalls 1000€ Grundeinkommen. Sie können somit ihre Leistung auf dem Markt günstiger anbieten. Dadurch sinken die Lohnkosten. Sinkende Lohnkosten können durch höhere Steuern ausgeglichen werden. Welche Steuer hier erhoben wird ist bei den Modellen stark unterschiedlich.
  • Hinzu kommen große Einsparungen von Verwaltungsaufwand, wenn mehrere Sozialleistungen zu 1 zusammengefasst werden.

Das passende Steuermodell:

Die folgende Erklärung richtet sich nach dem Mehrwertsteuermodell. Dieses Modell wurde vor allem durch den Gründer der DM Drogeriemarktkette Götz Werner und die Initianten der Schweizer Volksinitiative bekannt.

Wichtig!!!: Einkommenssteuern wirken sich auf die Lohnkosten und somit genau wie die Mehrwertsteuer auf die Preise aus!

Die Preise steigen durch eine höhere Mehrwertsteuer nicht, weil durch das Grundeinkommen die Lohnkosten sinken. Die Mehrwertsteuer gleicht lediglich die gesunkenen Lohnkosten aus. (Siehe Latte Macchiato These des Schweizer Unternehmers Daniel Häni)

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Die Preise verhändern sich nicht, da sinkende Lohnkosten und höhere Mehrwertsteuer sich gegenseitig ausgleichen.

Die Mehrwertsteuer sorgt auch dafür, dass die Unternehmen die gesunkenen Lohnkosten an die Preise weiter geben müssen und nicht als Gewinn einstreichen.

Finanziell macht es keinen Unterschied, welche Steuer erhöht oder gesenkt wird. Denn jede erhobene Steuer ist ein Kostenfaktor und wird auf die Preise umgelegt.

Psychologisch ist es ein Unterschied ob die Arbeit oder der Konsum besteuert wird. Deshalb favorisieren viele Grundeinkommensbefürworter das Mehrwertsteuermodell.

„Die Einkommenssteuer fragt wie viel Du für andere geleistet hast.
Die Mehrwertsteuer fragt wie viel Leistung von anderen Du in Anspruch nimmst.“
(Götz Werner, Gründer der Dm-Drogerie)

Bei diesem Modell ändert sich finanziell nur für diejenigen etwas, die heute weniger als 1000€ pro Person zur Verfügung haben. Für alle Anderen bleibt finanziell alles beim alten.

Finanziell bietet das Grundeinkommen also nur für sehr wenige Menschen einen Vorteil. Die Vorteile bestehen in der Sicherheit, Unabhängigkeit und Freiheit.

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