Arbeitsmotivation

Die Situation in heutigen Sozialsystemen:

In heutigen Sozialsystemen wird geprüft, ob Empfänger der jeweiligen Leistung bedürftig oder arbeitsfähig sind und sich um Arbeit bemühen. So soll verhindert werden, dass sich Menschen aus dem Arbeitsleben zurückziehen und dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen.

Diese Kontrollen führen zu einem sehr hohen Verwaltungsaufwand und sind für die Betroffenen entwürdigend.

Link 1: Die Welt – Betreuungskosten auf Rekordhoch
Link 2: schicksale-hartz.iv.info

Die Fragen die gestellt werden müssen:

Lässt sich die Arbeitsmotivation durch Zwang steigern?
Was macht ein Mensch, dessen Einkommen gesichert ist?

Bedürfnispyramide nach Maslow

Ein Hinweis auf die Beantwortung dieser Fragen kann die Bedürfnispyramide nach A.Maslow liefern (Bild 1).

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(Bild 1) Bedürfnispyramide nach A.Maslow. Zu sehen ist, welche Faktoren die menschliche Motivation beeinflussen. Das Grundeinkommen befriedigt einen Teil der niederen Bedürfnisse und ermöglicht höhere Bedürfnisse als Motivation.

Nach dieser Bedürfnispyramiede ist ein gesunder Mensch immer aktiv. Wenn der Hunger gestillt ist, arbeitet der Mensch für Wertschätzung und Anerkennung seiner Mitmenschen oder möchte sich selbst verwirklichen.
Die moderne Psychologie greift auf komplexere Modelle zurück (z.B. ERG Theorie) die der menschlichen Individualität besser gerecht werden. Die Kernaussagen bleiben davon aber unberührt.

Unser Gehirn

Ein Blick auf den Aufbau unseres Gehirns gibt weitere Aufschlüsse über unsere Motivation (Bild2).

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Bild 2: Grobe Einteilung verschiedener Hirnregionen. Unter Stress, z.B. bei Bedrohung ist nur der Hirnstamm aktiv und organisiert die „Fight or Flight Reaction“ bei der man nur noch kämpfen oder flüchten kann. Erst wenn niedere Bedürfnisse gestillt sind, sind höhere Hirnregionen aktiv.

Der Bauplan unseres Körpers hat sich in der Steinzeit entwickelt und seither kaum verändert. Wenn wir unter Druck in Angst oder Stress geraten, sind Gehirnregionen aktiv, die das bloße Überleben sichern. Die Energie wird dann von der Muskulatur gebraucht um zu Flüchten oder zu Kämpfen. Beides ist für heutige Arbeitsfelder eher hinderlich.

Erst wenn die Bedürfnisse nach Hunger, Wärme und Sicherheit gestillt sind, kann sich unser Gehirn auf Mitmenschen konzentrieren, kreativ sein oder komplexere Denkprozesse ausführen.

Nur rein körperlich schwere Arbeit ist unter Zwang möglich. Da am heutigen Arbeitsmarkt eher Kreativität, Innovation, Flexibilität und soziale Kompetenz gefragt sind, bewirkt die Androhung von Sanktionen eine Lähmung der Arbeitsmotivation.

Grundeinkommen steigert die Arbeitsmotivation

In zahlreichen Projekten wurde die Arbeitsmotivation von Menschen getestet, deren Einkommen gesichert ist. In allen Testprojekten war kein Rückgang der Arbeitsmotivation zu erkennen. In einem länger zurückliegenden Projekt in Dauphin (Kanada), reduzierten lediglich Mütter und Studierende ihr Arbeitspensum. Von vielen Gewinnern des Berliner Projekts mein Grundeinkommen kündigte nur ein Einziger seine Arbeitsstelle im Callcenter, um eine Ausbildung zum Erzieher zu beginnen. Und in einem Testprojekt in Namibia, begannen viele Leute erst durch das Grundeinkommen zu arbeiten, da ihnen vorher das Geld für Material fehlte.

Link 1: www.mein-grundeinkommen.de
Link 2: Dauphin – Die Stadt ohne Armut
Link 3: Pilotprojekt Ojivero in Namibia

Für Fälle, in denen notwendige Arbeit nach Einführung des Grundeinkommens nicht mehr erledigt wird, haben Befürworter folgende Lösungsvorschläge:

Besser bezahlen!
Automatisieren!
Selber machen!

Sollte keiner der 3 Punkte möglich sein, ist diese Arbeit wohl niemandem wichtig genug. Und dann braucht sie auch nicht erledigt zu werden.

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